Kesseltausch ab 2. November 2026 wieder offen, mit 5.000 Euro Pauschale für die Wärmepumpe. Was 2026 galt, was die Länder dazugeben und was für 2027 feststeht.

Energie · 7 Min. LesezeitAktualisiert am

Illustration: KI-generiert

Wer seine alte Öl- oder Gasheizung gegen eine Wärmepumpe tauscht, kann in Österreich aus mehreren Fördertöpfen schöpfen. Das Problem: Die Programme heißen anders als noch vor zwei Jahren, die Beträge wurden mehrfach nach unten korrigiert, und das Bundesbudget 2026 war schon im Juli leer. Wer jetzt plant, sollte die Reihenfolge der Anträge kennen – sonst geht man im schlechtesten Fall trotz grundsätzlichem Anspruch leer aus.

Dieser Überblick ordnet die drei Ebenen, die für private Hausbesitzer relevant sind: die Bundesförderung im Rahmen der Sanierungsoffensive, das einkommensabhängige Programm „Sauber Heizen für Alle“ und die Förderungen der Bundesländer. Die konkreten Fragen rund um Einbau, Vorlauftemperatur und Sanierungsbedarf behandeln wir gesondert im Artikel zur Wärmepumpe im Altbau – hier geht es ausschließlich um das Geld.

„Raus aus Öl und Gas“ gibt es so nicht mehr

Viele Hausbesitzer suchen noch nach „Raus aus Öl und Gas“. Diese Bundesförderung ist ausgelaufen; an ihre Stelle trat im Herbst 2025 die Sanierungsoffensive – strukturell ähnlich, aber mit eigenen Regeln. Die Förderquote sank von bisher höchstens 75 auf höchstens 30 Prozent, für 2026 bis 2030 waren jährlich 360 Millionen Euro vorgesehen, insgesamt 1,8 Milliarden Euro (Klimaministerium BMLUK, 3. Oktober 2025). Abgewickelt wird sie über die Kommunalkredit Public Consulting (KPC), die Registrierung lief online über sanierungsoffensive.gv.at. Der Begriff „Kesseltausch“ bezeichnet dabei den Teil des Programms, der den Austausch der Heizung selbst fördert.

Die Bundesförderung 2026: bis zu 7.500 Euro für die Wärmepumpe

Im Kesseltausch 2026 ließen sich ab Mitte November 2025 Zuschüsse von höchstens 30 Prozent der förderfähigen Kosten beantragen, gedeckelt bei 7.500 Euro für eine Wärmepumpe. Für Erdwärme, also eine Wärmepumpe mit Tiefenbohrung oder Brunnen, kam ein Bonus von 5.000 Euro dazu, zusammen also bis zu 12.500 Euro. Der Umstieg auf eine Holzzentralheizung wurde mit bis zu 8.500 Euro gefördert, der Anschluss an Nah- oder Fernwärme mit bis zu 6.500 Euro; eine thermische Solaranlage brachte zusätzlich 2.500 Euro (KPC, Unterlagen zur Sanierungsoffensive 2026 – Kesseltausch, November 2025). Förderfähig waren Lieferungen und Leistungen ab 3. Oktober 2025.

Entscheidend ist, dass diese Bundesförderung keine Einkommensprüfung vorsieht. Antragsberechtigt sind Privatpersonen für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser; ein Mindestalter der alten Heizung nennen die Förderungskriterien nicht. Verlangt sind ein Energieberatungsprotokoll, die Stilllegung sämtlicher fossiler Altanlagen samt Entsorgung des Brennstofftanks und der Einbau durch eine befugte Fachkraft – Eigenbau ist damit ausgeschlossen. Eine geförderte Wärmepumpe darf höchstens 55 °C Vorlauftemperatur brauchen, ihr Kältemittel höchstens ein Treibhauspotenzial (GWP) von 750 haben, und ein Anschluss an Nah- oder Fernwärme darf nicht möglich sein (ebenfalls laut KPC).

Die Bundesförderung kennt keine Einkommensgrenze – wohl aber eine Budgetgrenze. 2026 war sie schon im Juli erreicht.

Das Budget war schnell leer – und das ändert die Strategie

Die Vergabe erfolgt nach dem Prinzip „First Come, First Served“: Ist das Budget aufgebraucht, endet die Antragsmöglichkeit sofort, auch vor dem formalen Stichtag. Schon seit 2. Februar 2026 waren neue Registrierungen nur noch für den Kesseltausch möglich, der Sanierungsbonus für die thermische Sanierung nahm keine neuen Anträge mehr an (oesterreich.gv.at, Stand 6. August 2026). Am 13. Juli 2026 meldete das Klimaministerium, dass die 360 Millionen Euro der Sanierungsoffensive 2026 zur Gänze abgeholt sind und die Registrierung beendet wurde; insgesamt steigen damit rund 53.000 Haushalte von Öl- und Gasheizungen um (BMLUK, 13. Juli 2026). Bereits registrierte Anträge bleiben gültig und werden nach den bisherigen Bedingungen bearbeitet.

Neu ist der Neustart im Herbst: Am 2. November 2026 soll der Kesseltausch für Ein-, Zweifamilien- und Reihenhäuser wieder öffnen, finanziert aus Mitteln stornierter oder nicht umgesetzter Projekte – bis Jahresende erwartet das Ministerium rund 20 Millionen Euro. Gefördert wird dann bereits nach den Sätzen für 2027: Pauschalen von 5.000 Euro für eine Wärmepumpe, 4.000 Euro für einen Fernwärmeanschluss und 6.000 Euro für eine Holzheizung; Bohrbonus und Solarbonus bleiben. Die Förderquote sinkt 2027 auf rund 20 Prozent, und eine Vorabregistrierung entfällt – es gilt nur noch Antrag, Zusage, Endabrechnung. Für 2027 stehen 179 Millionen Euro für den Kesseltausch und 321 Millionen Euro für Sanierungen bereit, die thermische Sanierung soll am 4. Jänner 2027 starten (BMLUK, 15. Oktober 2026).

Für die Strategie heißt das: Der Topf im November ist klein, und er wird wieder nach Eingang vergeben. Als Grundregel gilt weiter: Wer den Fachbetrieb beauftragt, bevor die Förderbedingungen geklärt sind, riskiert den Anspruch. Wir empfehlen, die Förderlandschaft schon in der frühen Planungsphase zu klären – ähnlich wie wir es im Beitrag zum Heizungstausch raus aus Öl und Gas ausführlicher beschreiben.

„Sauber Heizen für Alle“: bis zu 100 Prozent für einkommensschwache Haushalte

Eine eigene Schiene gab es 2026 für Haushalte mit geringem Einkommen. „Sauber Heizen für Alle 2026“ förderte den Umstieg von Öl, Gas, Kohle oder Elektrospeicheröfen auf Fernwärme, Holzzentralheizung oder Wärmepumpe mit bis zu 100 Prozent, begrenzt durch technologiespezifische Höchstbeträge: 25.586 Euro für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, 37.550 Euro für eine Sole- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe (KPC-Infoblatt „Sauber Heizen für Alle“ 2026, Version 01/2026). Die Förderung setzt sich aus der Basisförderung des Bundes, der Landesförderung und einer Zusatzförderung zusammen – sie baut also auf dem Kesseltausch auf, statt ihn zu ersetzen.

Voraussetzung ist ein Haushaltseinkommen in den untersten zwei Einkommensdezilen. Für einen Einpersonenhaushalt sind das laut Infoblatt bis zu 1.867 Euro netto im Monat (zwölfmal), berechnet von Statistik Austria aus EU-SILC 2024; für jede weitere erwachsene Person kommt der Faktor 0,5 dazu, für jedes Kind unter 14 der Faktor 0,3. Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern ergibt das rechnerisch rund 3.920 Euro. Als Nachweis genügen Sozialhilfe oder eine ORF-Beitragsbefreiung; sonst wird das Einkommen nach der Wohnbeihilfen-Methode des Landes oder über die Transparenzdatenbank ermittelt.

Antragsberechtigt waren Eigentümer eines Ein-, Zweifamilien- oder Reihenhauses mit Hauptwohnsitz am Projektstandort, begründet vor dem 31. Dezember 2024. Die Registrierung lief ab 1. Jänner 2026 über sauber-heizen.at, solange Budget da war; mit der Ausschöpfung der Mittel endete sie im Juli 2026 (BMLUK, 13. Juli 2026). Nach der Förderzusage blieben neun Monate für Umsetzung und Endabrechnung. Für 2027 kündigt das Ministerium an, das Programm weiterzuentwickeln und in die Sanierungsoffensive zu integrieren; Beträge und Fristen dafür stehen noch aus (BMLUK, 15. Oktober 2026).

Die Landesförderungen – und worauf es bei der Kombination ankommt

Über die Bundesebene hinaus legen die meisten Bundesländer noch etwas drauf. Die Sätze unterscheiden sich erheblich, und genau hier entscheidet sich, wie hoch die Gesamtförderung am Ende ausfällt. Zwei Beispiele:

In Wien fördert die Stadt bei Eigenheimen den Umstieg auf hocheffiziente alternative Heizsysteme mit 35 Prozent der anrechenbaren Kosten, höchstens 8.000 Euro; für Erdwärme, Grundwasser oder Abwärme kommen einmalig 4.000 Euro dazu, und die Bundesförderung kann zusätzlich beantragt werden (Stadt Wien, abgerufen am 18. Oktober 2026). Oberösterreich zahlt 2026 für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe 100 Euro pro Kilowatt Heizleistung, höchstens 1.700 Euro, für besonders effiziente Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen 170 Euro pro Kilowatt, höchstens 2.800 Euro, für einen Fernwärmeanschluss 140 Euro pro Kilowatt, ebenfalls höchstens 2.800 Euro. Die Landesförderung deckt höchstens die Hälfte der Kosten, gilt bis Ende 2026, solange Mittel da sind, und ist mit der Bundesförderung kombinierbar (Land Oberösterreich, Förderprogramm Kesseltausch). Die übrigen Länder haben eigene Modelle, teils als Einmalzuschuss, teils über die Wohnbauförderung.

Die gute Nachricht: Bundes- und Landesförderung sind grundsätzlich kombinierbar, was die Gesamtsumme spürbar erhöht. Die schlechte: Die Summe aus allen Zuschüssen darf die tatsächlichen Investitionskosten nicht überschreiten, und jedes Land hat eigene Fristen und Reihenfolgen. Manche Landesförderungen verlangen, dass die Bundesförderung bereits beantragt oder zugesagt ist; andere laufen unabhängig. Da sich Richtlinien während des Jahres ändern können, lohnt vor jedem Vertragsabschluss ein Blick auf die aktuelle Landesseite oder ein Termin bei der kostenlosen Energieberatung des jeweiligen Bundeslandes.

Der Antrag in der richtigen Reihenfolge

Damit kein Anspruch verloren geht, hat sich eine klare Abfolge bewährt. Erstens: Förderlandschaft prüfen – Bund, Land und gegebenenfalls Gemeinde. Zweitens: das Energieberatungsprotokoll des Bundeslands einholen, das die Bundesförderung verlangt. Drittens: den Antrag stellen – 2026 lief das über eine Registrierung auf sanierungsoffensive.gv.at beziehungsweise sauber-heizen.at, beim Neustart am 2. November 2026 entfällt die Vorabregistrierung. Erst danach den Fachbetrieb verbindlich beauftragen, sofern die Richtlinie nichts anderes zulässt.

Im Kesseltausch 2026 musste der eigentliche Förderantrag binnen neun Monaten nach der Registrierung eingereicht werden (KPC). Wer sich unsicher ist, ob sich der Umstieg insgesamt rechnet, kann die Förderhöhe gegen die laufenden Strompreise stellen – dazu liefert unser Überblick zu den Strompreisen 2026 den nötigen Kontext.

Unterm Strich: Die Wärmepumpe wurde 2026 in Österreich solide gefördert, mit Landesgeld im Bestfall fünfstellig, solange das Budget reichte. Ab November gibt es mit 5.000 Euro Pauschale weniger als 2026, dafür ein einfacheres Verfahren. Verbindlich sind im Zweifel immer die offiziellen Richtlinien von KPC, Umweltförderung und dem jeweiligen Bundesland – die hier genannten Beträge geben den Stand vom 18. Oktober 2026 wieder und können sich unterjährig ändern.

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