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Glossar · Finanzen
Depot
Ein bei einer depotführenden Stelle geführtes Konto, auf dem Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder ETFs verwahrt und verbucht werden — als Sondervermögen geschützt im Insolvenzfall.
Worum es geht
Ein Depot — formal Wertpapierdepot — ist ein bei einer depotführenden Stelle geführtes Konto, auf dem Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, ETFs oder Fondsanteile verwahrt und verbucht werden. Rechtlich handelt es sich nicht um Eigentum der Bank: Die Wertpapiere bleiben Sondervermögen des Kunden und sind im Insolvenzfall des Brokers geschützt.
Geregelt wird die Depotführung in Österreich durch das Depotgesetz (DepotG) sowie ergänzend durch das Bankwesengesetz (BWG) und auf europäischer Ebene durch MiFID II und die Wertpapierfirmen-Verordnung. In Deutschland gilt parallel das Depotgesetz von 1937 in seiner aktuellen Fassung.
Anbietertypen im DACH-Raum
Der österreichische Markt teilt sich grob in drei Lager:
- Filialbanken (Erste, BAWAG, Raiffeisen, Bank Austria) — höhere Gebühren, persönliche Beratung, KESt-Abfuhr automatisch.
- Direktbanken (DADAT, easybank, ING) — schlanke Gebührenstrukturen, Online-Onboarding, ebenfalls inländische KESt-Abfuhr.
- Neobroker und ausländische Broker (Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital, Bitpanda Stocks oder Interactive Brokers) — sehr günstig, aber teils ohne automatische KESt-Abfuhr in Österreich. Der Anleger muss die Erträge dann selbst im Rahmen der Veranlagung deklarieren.
Seit Januar 2025 ist die FMA-Liste der in Österreich konzessionierten Wertpapierdienstleister online vollständig einsehbar — ein nützlicher Startpunkt vor jeder Depoteröffnung.
Kostenstruktur in der Praxis
Typische Depotgebühren liegen zwischen 0 € und 0,3 % p. a. des Depotvolumens. Hinzu kommen Orderkosten (Festpreis 1-10 € bei Neobrokern, 0,2-1 % vom Volumen bei Filialbanken), Verwahrentgelte für ausländische Titel sowie Spreads, die nicht separat ausgewiesen werden.
Beispiel: Ein Depot über 50.000 € bei Trade Republic kostet 0 € Depotgebühr und 1 € pro Order. Dasselbe Depot bei der Erste Bank kostet rund 0,18 % p. a. (= 90 €) plus rund 0,38 % je Order — bei zehn Käufen pro Jahr ergibt das mehrere Hundert Euro Differenz.
Was Anleger oft fragen
Was passiert mit meinem Depot, wenn der Broker insolvent wird? Die Wertpapiere selbst sind Sondervermögen und bleiben vollständig erhalten. Geschützt durch die gesetzliche Anlegerentschädigung sind nur Bargeldbestände und etwaige Schadenersatzansprüche bis 20.000 € pro Kunde.