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ETF

Ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Aktien-, Anleihen- oder Rohstoffindex möglichst exakt nachbildet — mit geringen laufenden Kosten und hoher Handelbarkeit.

Die ETF-Definition

Ein ETF — kurz für Exchange Traded Fund — ist ein Investmentfonds, der wie eine Aktie an der Börse gehandelt wird. Anders als klassische, aktiv verwaltete Fonds verfolgt ein ETF in der Regel keinen eigenen Anlageentscheid einer Fondsmanagerin, sondern bildet einen vordefinierten Index möglichst genau ab — etwa den MSCI World, den S&P 500 oder den österreichischen ATX.

Diese passive Konstruktion hat zwei wichtige Konsequenzen: Die laufenden Verwaltungskosten (Total Expense Ratio, TER) liegen typischerweise zwischen 0,07 % und 0,5 % pro Jahr — und damit deutlich unter aktiv gemanagten Aktienfonds, die oft 1,5 % bis 2 % verlangen. Außerdem ist die Anlagestrategie jederzeit transparent nachvollziehbar: Wer einen ETF auf den S&P 500 kauft, weiß, dass er anteilig in 500 große US-Aktien investiert.

Replikationsmethoden

Die Nachbildung des Index erfolgt im Wesentlichen auf zwei Wegen. Bei der physischen Replikation kauft der ETF die im Index enthaltenen Wertpapiere direkt — entweder vollständig oder als repräsentative Auswahl ("Sampling"). Diese Variante bevorzugen Anleger, die maximale Transparenz wünschen. Die synthetische Replikation bildet die Index-Wertentwicklung dagegen über ein Tauschgeschäft (Swap) mit einer Bank ab. Häufig kommt sie bei schwer handelbaren Indizes zum Einsatz, bringt aber ein Kontrahentenrisiko mit sich.

Zusätzlich unterscheidet man zwischen ausschüttenden und thesaurierenden ETFs: Erstere zahlen Dividenden direkt an die Anleger aus, letztere reinvestieren sie automatisch im Fondsvermögen.

In Zahlen

Ein Anleger investiert über Trade Republic 100 € monatlich in den iShares Core MSCI World UCITS ETF (ISIN IE00B4L5Y983). Die TER beträgt 0,20 % pro Jahr. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Jahresrendite von 7 % nach Kosten wäre nach 20 Jahren ein Vermögen von rund 52.000 € entstanden — eingezahlt hat der Anleger insgesamt 24.000 €. Die Differenz von rund 28.000 € resultiert aus Zinseszinseffekten und der breiten Streuung auf über 1.500 Unternehmen weltweit.

In Österreich werden ausgeschüttete Dividenden und realisierte Kursgewinne mit 27,5 % Kapitalertragsteuer (KESt) belastet. Bei thesaurierenden Auslands-ETFs sind außerdem die ausschüttungsgleichen Erträge zu beachten.

Was Anleger oft fragen

Worin unterscheiden sich ETF und Indexfonds? Alle ETFs sind Indexfonds — aber nicht alle Indexfonds sind ETFs. Klassische Indexfonds werden einmal täglich zum Nettoinventarwert gehandelt, ETFs hingegen kontinuierlich an der Börse.