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Glossar · Finanzen
Festgeld
Eine Spareinlage mit fest vereinbarter Laufzeit und garantiertem Zinssatz — planbare Verzinsung gegen Verzicht auf Verfügbarkeit, einlagengesichert bis 100.000 € pro Kunde und Bank.
Was Festgeld ist
Festgeld — auch Termineinlage oder Sparbrief genannt — ist eine Spareinlage mit fest vereinbarter Laufzeit und garantiertem Zinssatz. Üblich sind Laufzeiten zwischen drei Monaten und zehn Jahren. Während der Laufzeit kann der Anleger über das Kapital nicht oder nur gegen Vorschussszinsen verfügen, der Zinssatz steht aber bei Abschluss fest und kann nicht einseitig gesenkt werden — im Gegensatz zum variablen Tagesgeld.
Rechtsgrundlage ist in Österreich das Bankwesengesetz (BWG) in Verbindung mit dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (ESAEG). Einlagen sind bis 100.000 € pro Kunde und Bank gesichert.
Aktuelle Konditionen Juni 2026
Nach der jüngsten EZB-Sitzung vom 5. Juni 2026, in der der Einlagensatz auf 1,75 % gesenkt wurde, zeigt sich am österreichischen und deutschen Festgeldmarkt folgende Spannweite:
- 3 Monate: 1,8-2,2 % p. a.
- 12 Monate: 2,0-2,5 % p. a.
- 24 Monate: 2,1-2,7 % p. a.
- 60 Monate: 2,3-3,0 % p. a.
Die Zinsstrukturkurve ist damit nur schwach normal — der Renditeaufschlag für längere Laufzeiten beträgt aktuell rund 50-80 Basispunkte. In Phasen erwarteter Zinssenkungen kann sich eine Laddering-Strategie lohnen: Aufteilung des Anlagebetrags auf mehrere Laufzeiten (z. B. 1, 2, 3, 4, 5 Jahre), sodass jährlich ein Fünftel zur erneuten Anlage frei wird.
Vergleich zu Anleihen
Funktional ähnelt Festgeld einer Unternehmensanleihe ohne Kursrisiko und ohne Sekundärmarkt. Drei Unterschiede sind entscheidend:
- Bonitätsrisiko: Bei Festgeld trägt der Anleger das Bonitätsrisiko der einzelnen Bank, abgesichert nur bis 100.000 €. Bei Staats- oder Pfandbriefen kann das Bonitätsrisiko deutlich geringer sein.
- Liquidität: Anleihen sind börsentäglich handelbar, Festgeld in der Regel nicht.
- Kursrisiko: Anleihen verlieren bei steigenden Zinsen an Marktwert, Festgeld nicht — der Anleger erhält am Ende zwingend den Nominalbetrag zurück.
Besteuerung
Wie bei Tagesgeld unterliegen Zinserträge der KESt in Höhe von 27,5 %. Inländische Banken führen die Steuer automatisch ab. Bei deutschen Anbietern (z. B. Klarna, Renault Bank, MoneYou) muss der österreichische Anleger die Zinsen selbst in der Einkommensteuererklärung deklarieren — andernfalls drohen Säumniszuschläge und ggf. ein Finanzstrafverfahren.