Startseite › Glossar › Bitcoin
Glossar · Krypto
Bitcoin
Erste und größte Kryptowährung weltweit, 2009 von Satoshi Nakamoto gestartet, mit auf 21 Millionen Coins begrenztem Angebot und unter MiCA in der EU als dezentrales Krypto-Asset eingestuft.
Ursprung und Funktionsprinzip
Bitcoin (BTC) ist die erste und mit Abstand bedeutendste Kryptowährung, am 3. Januar 2009 mit dem Genesis-Block durch den pseudonymen Entwickler Satoshi Nakamoto gestartet. Konzeptionell beschrieben wurde das System bereits im Whitepaper "Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System" vom Oktober 2008 — als unmittelbare Antwort auf die globale Finanzkrise und die wahrgenommene Erosion des Vertrauens in zentralbankgesteuerte Geldsysteme.
Bitcoin basiert auf einer öffentlichen Blockchain, einer kettenförmigen Datenbank, in der alle Transaktionen kryptografisch verkettet und in dezentralen Knoten weltweit gespeichert werden. Der Konsensmechanismus ist Proof of Work: Miner konkurrieren mit Rechenleistung darum, einen kryptografischen Hash zu finden, der die Voraussetzungen für einen neuen Block erfüllt. Wer zuerst gewinnt, validiert die Transaktionen und erhält die Block-Belohnung.
Begrenzung und Halving
Das absolute Angebot ist auf 21 Millionen Coins begrenzt — eine im Protokoll fest verankerte Knappheit, die Bitcoin häufig den Beinamen "digitales Gold" einbringt. Die Block-Belohnung halbiert sich alle 210.000 Blöcke (rund vier Jahre) — das sogenannte Halving. Nach dem vierten Halving im April 2024 beträgt sie 3,125 BTC pro Block, nach dem nächsten Halving im erwarteten Frühjahr 2028 sinkt sie auf 1,5625 BTC.
Per Mitte 2026 sind bereits über 19,8 Millionen BTC im Umlauf, sodass der noch zu mining-fähige Vorrat unter 6 % liegt. Das letzte Bitcoin wird voraussichtlich erst um das Jahr 2140 generiert.
Regulatorische Einordnung in der EU
Mit der MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) gilt seit 30. Dezember 2024 ein einheitlicher EU-Rechtsrahmen. Bitcoin selbst fällt als dezentrales, nicht-emittiertes Krypto-Asset in eine Sonderkategorie: Es gibt keinen Emittenten, der MiCA-Pflichten unterworfen wäre, wohl aber Anbieter von Krypto-Dienstleistungen (CASPs wie CEX-Börsen) und Verwahrer.
In Österreich werden Bitcoin und alle anderen Kryptowährungen seit der Krypto-Steuerreform vom 1. März 2022 dem KESt-Regime unterworfen: Realisierte Kursgewinne sowie laufende Erträge (etwa aus Staking) werden mit 27,5 % KESt versteuert. Heimische Anbieter wie Bitpanda führen die Steuer automatisch ab — bei ausländischen Plattformen wie Kraken oder Binance ist die Selbstdeklaration in der Steuererklärung erforderlich.
Markteckdaten Mitte 2026
- Kurs (Stand 2026-06): ca. 78.000 EUR pro BTC (volatil)
- Marktkapitalisierung: über 1,5 Billionen Euro — die mit Abstand größte aller Kryptowährungen
- Tägliches Handelsvolumen: 30 bis 60 Milliarden USD über alle Spotbörsen
- Anzahl aktive Wallet-Adressen: über 50 Millionen
Ein entscheidender Wendepunkt war die Zulassung der ersten Bitcoin-Spot-ETFs in den USA im Januar 2024 (BlackRock IBIT, Fidelity FBTC, ARK ARKB), die einen institutionellen Mittelzufluss von über 50 Mrd. USD im ersten Jahr ausgelöst hat. In Europa sind seit Jahren Bitcoin-ETPs (Exchange Traded Products) verfügbar — etwa von 21Shares oder CoinShares, an der Wiener und Frankfurter Börse handelbar.
Was Anleger oft fragen
Ist Bitcoin in Österreich legal? Ja, vollumfänglich. Kauf, Verwahrung und Verkauf sind erlaubt. Anbieter benötigen seit MiCA eine Lizenz von der FMA.