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Glossar · Krypto
Staking
Der Prozess, bei dem Inhaber bestimmter Kryptowährungen (typischerweise Proof-of-Stake-Coins wie Ethereum oder Solana) ihre Bestände zur Validierung von Blockchain-Transaktionen einsetzen und dafür eine Vergütung erhalten.
Worum geht es genau?
Staking bezeichnet das Sperren von Kryptowährungen in einer Blockchain, um deren Konsensmechanismus zu unterstützen. Im Gegenzug erhalten die Staker — vergleichbar mit Zinsen auf ein Sparguthaben — eine laufende Vergütung in derselben Kryptowährung. Möglich ist Staking nur bei Blockchains, die nach dem Proof-of-Stake-Verfahren (PoS) arbeiten. Die bekanntesten Beispiele sind Ethereum (seit dem "Merge" 2022), Solana, Cardano und Polkadot.
Vom rechenintensiven Mining (Proof of Work, z. B. Bitcoin) unterscheidet sich Staking grundlegend: Statt mit Hardware-Leistung wird die Sicherheit des Netzwerks durch kapitalisierte Stimmrechte ausgehandelt. Wer mehr Coins einsetzt, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, Blöcke validieren zu dürfen — und damit Erträge zu erhalten.
Varianten des Staking
Privatanleger haben in der Praxis mehrere Wege zum Staking:
- Direktes Solo-Staking: Der Nutzer betreibt einen eigenen Validator-Knoten. Bei Ethereum sind dafür mindestens 32 ETH erforderlich. Maximal kontrollierend, technisch anspruchsvoll.
- Liquid Staking: Anbieter wie Lido oder Rocket Pool stellen einen ausgebenden Token (z. B. stETH) für die hinterlegten Coins aus. Dieser bleibt handelbar, während die zugrunde liegenden Coins gestaked sind.
- Custodial Staking: Eine Börse oder ein Broker (Bitpanda, Kraken, Coinbase) übernimmt das technische Staking gegen Beteiligung an den Erträgen. Bequem, aber mit Plattform-Risiko.
- Staking-Pools: Mehrere Anleger bündeln kleine Beträge, um gemeinsam einen Validator zu betreiben.
Typische Renditen liegen je nach Coin zwischen 3 % und 8 % pro Jahr — bei deutlich höherer Volatilität des Basiswerts als bei klassischen Anleihen. Was in der Praxis schiefgehen kann, sind drei Dinge: Slashing-Strafen bei Fehlverhalten des Validators, Smart-Contract-Risiken bei Liquid Staking sowie das Plattform-Risiko bei custodialen Lösungen.
Ein typisches Szenario
Eine Anlegerin hält 10 ETH (Kurs angenommen: 3.000 € pro ETH = 30.000 € Marktwert) auf einer Bitpanda-Wallet und aktiviert das integrierte Staking-Produkt mit einer angegebenen Bruttoerwartung von 4 % p. a. Nach Plattform-Gebühr erhält sie netto rund 3,2 % — also etwa 0,32 ETH pro Jahr, zum aktuellen Kurs rund 960 €.
In Österreich sind diese Staking-Erträge seit der Krypto-Steuerreform 2022 KESt-pflichtig zum Satz von 27,5 %. Die Bank führt die Steuer in der Regel automatisch ab. Wichtig: Steuerpflichtig wird der Zufluss zum Zeitpunkt der Gutschrift in EUR-Bewertung, nicht erst beim späteren Verkauf.