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Inflation Österreich April 2026: HVPI fällt auf 3,1 Prozent — Dienstleistungen bleiben Treiber

Statistik Austria meldet einen Rückgang der harmonisierten Inflation von 3,5 auf 3,1 Prozent. Energie und Lebensmittel entlasten, Dienstleistungen treiben mit 4,4 Prozent weiterhin den Index.

Option News Redaktion · 26. Mai 2026 · 5 Min. Lesezeit

Inflation Österreich April 2026 HVPI 3,1 Prozent

Die harmonisierte Inflationsrate in Österreich ist im April 2026 auf 3,1 Prozent gefallen, nach 3,5 Prozent im März. Statistik Austria veröffentlichte die Zahlen am Donnerstag, dem 26. Mai 2026, in der regulären Schnellschätzung. Damit liegt Österreich weiter über dem Euroraum-Durchschnitt von 2,4 Prozent, aber unter dem Spitzenwert vom Jahresanfang. Die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel sank von 3,4 auf 3,2 Prozent.

Was die Daten zeigen

Den stärksten Beitrag zur Entlastung lieferten Haushaltsenergie und Treibstoffe. Strom verbilligte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,7 Prozent, Diesel um 5,1 Prozent. Lebensmittel verteuerten sich zwar weiter, jedoch mit 1,9 Prozent erstmals seit zwei Jahren unter der Zwei-Prozent-Marke. Frischgemüse fiel sogar um 3,4 Prozent.

Treibend bleiben dagegen die Dienstleistungen. Sie verteuerten sich im Jahresvergleich um 4,4 Prozent. Gastronomie schlug mit 5,8 Prozent zu Buche, Wohnungsmieten mit 4,1 Prozent. Versicherungsleistungen — insbesondere Kfz-Versicherungen — legten um 6,2 Prozent zu. Statistik-Generaldirektor Tobias Thomas erklärte, der Rückgang sei "im Wesentlichen energiegetrieben"; eine breit angelegte Disinflation sei das noch nicht.

Was das bedeutet

Für die OENB-Linie ist die Zahl ein zweischneidiges Signal. Einerseits bewegt sich die Headline-Inflation in Richtung des EZB-Ziels von zwei Prozent. Andererseits zeigt die hartnäckige Dienstleistungsinflation, dass die zweite Runde — Löhne, Mieten, Versicherungen — noch nicht abgeschlossen ist. OeNB-Gouverneur Robert Holzmann hat in den vergangenen Wochen mehrfach vor zu schnellen Zinssenkungen gewarnt und dabei explizit auf die Dienstleistungskomponente verwiesen.

Für österreichische Anleger und Sparer hat die Zahl mehrere praktische Implikationen. Erstens: Sparzinsen, die bei den großen österreichischen Banken aktuell zwischen 1,5 und 2,75 Prozent liegen, ergeben weiterhin negative Realrenditen. Zweitens: Mieten und Versicherungsprämien dürften 2026 erneut deutlich angepasst werden, was die Haushaltsbudgets belastet. Drittens: Die Wertbeständigkeit von ETF- und Aktiendepots gewinnt weiter an Bedeutung gegenüber reinen Cash-Reserven.

Wie es weitergeht

Die nächste HVPI-Schnellschätzung für Mai 2026 wird am 28. Juni 2026 veröffentlicht. Die endgültigen April-Daten mit ausführlicher Untergliederung erscheinen am 13. Juni 2026. Marktbeobachter erwarten für die kommenden Monate eine weitere langsame Annäherung an die Zwei-Prozent-Marke, jedoch erst gegen Ende 2026 oder Anfang 2027.

Auf europäischer Ebene veröffentlicht Eurostat die HVPI-Schnellschätzung für den Euroraum am 30. Mai 2026. Sie ist die letzte Datenveröffentlichung vor der EZB-Sitzung am 6. Juni — und damit ein zentraler Input für die Zinsentscheidung. Aus Frankfurt heißt es im jüngsten EZB-Bulletin, die Disinflation verlaufe "weitgehend im erwarteten Korridor", aber "nicht spannungsfrei".


Quellen: Statistik Austria — HVPI April 2026 · OeNB — Kommentar zur Inflation · Eurostat — HVPI Euroraum