Plastikatlas - Mehrheit will Verbote und Verpflichtungen für Konzerne
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Plastikatlas – Mehrheit will Verbote und Verpflichtungen für Konzerne

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Eine Mehrheit der Österreicher*Innen wünscht sich klare Schritte gegen die Plastikverschmutzung, 59 Prozent wollen etwa Verbote von Einwegplastikartikeln sowie ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetik und Reinigungsmittel in der gesamten EU. Immerhin 54 Prozent wollen eine gesetzliche Verpflichtung von Herstellern. Die KonsumentInnen wünschen sich langlebige, reparierbare und wieder verwertbare Produkte. Für die Förderung von Mehrwegverpackungen sprechen sich mit 51 Prozent, über die Hälfte der Befragten, aus. Soweit die begleitende Umfrage zum aktuellen Plastikatlas von Global 2000 und der Heinrich Böll Stiftung, der aber auch die erschreckenden Auswirkungen der weltweiten Plastikverschmutzung aufzeigt.

Plastikatlas - Mehrheit will Verbote und Verpflichtungen für Konzerne
Nutzung von Plastik in Österreich

„Wir haben ein unvollständiges und verzerrtes Bild davon, wer und was die globale Plastikkrise verursacht und wie wir sie anpacken müssen. Verbote von Strohhalmen, Einwegbechern und Tüten sind ein erster Schritt, sie werden jedoch eine der größten Umweltkrisen des Planeten nicht beenden“, sagt Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. „Kunststoffe waren ursprünglich ein Abfallprodukt der petrochemischen Industrie – bis heute sind Exxon Mobil, BASF, Eni, INEOS, und Dow die größten Plastikproduzenten weltweit. Sie beherrschen mit insgesamt fast 420 Milliarden Euro Umsatz den globalen Markt und planen in den nächsten Jahren weitere Produktionssteigerungen – nicht zuletzt als Alternativstrategie, falls Energie- und Mobilitäts-Wende an Tempo gewinnen.

Die massenhafte Verfügbarkeit der billigen Plastikrohstoffe Erdöl und Erdgas ist zugleich der Grund dafür, dass faktisch kaum recycelt wird und eine echte Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffindustrie nicht in Gang kommt. Hier muss jede Strategie zur Überwindung der Plastikkrise ansetzen: Die Politik muss die großen Plastik- und Konsumgüterkonzerne in die Verantwortung nehmen“, so Unmüßig weiter.

„Neue Forschungen zeigen, dass das Plastikproblem allgegenwärtig ist. Plastik findet sich in Ackerböden, in der Luft oder in menschlichem Stuhl. Plastikmüll bedroht mindestens 2200 Meeresarten. Auch in Österreich ist Plastikmüll der am häufigsten gefundene Müll in der Natur“, erläutert Kernegger, Global 2000 Ökologin und Plastikexpertin. Mehr und mehr wird erkennbar, wie sehr Plastik entlang des gesamten Lebenszyklus von der Produktion über die Nutzung bis zur Entsorgung auch die menschliche Gesundheit bedroht. Mittlerweile beginnen Regierungen weltweit, den Plastikverbrauch zu regulieren. Aber solange wir nicht die Plastikproduktion an sich drosseln, greifen diese Ansätze zu kurz. Aufwändige Marketingkampagnen der Industrie suggerieren uns, dass ein Leben ohne Plastik nicht geht. „Plastik ist kein lokales sondern ein internationales Problem und geht uns alle an. Es ist daher höchst an der Zeit politisch gegenzusteuern“, so Unmüßig.

Foto/Video: Shutterstock, Plastikatlas / Geyer.

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