Am Rednerpult: SORA Senior Researcher Martina Zandonella
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Österreichischer Demokratie Monitor

Laut Demokratie Monitor, der von SORA (Institute for Social Research and Consulting) durchgeführt wird, ist das Interesse der 16- bis 26-Jährigen an parlamentarischen Debatten angestiegen: „Haben im Jahr 2018 48% der jungen Menschen schon einmal eine Nationalratssitzung mitverfolgt, sind es im Jahr 2019 59%. Außerdem hat sich im Vorfeld der Nationalratswahl 2019 der Anteil an jungen Menschen, die weder mit ihrer Familie, noch mit FreundInnen oder KollegInnen über Politik diskutieren, mehr als halbiert.“

ABER: der Anteil überzeugter DemokratInnen, also jener, die Demokratie als die beste Regierungsform sehen, ist von 62% auf 57% gesunken, während der Anteil an Menschen mit eher autoritären Demokratievorstellungen etwas zugenommen hat (von 34% auf 38%).

Unter anderem drücke ökonomische Unsicherheit weiterhin auf die Zufriedenheit mit Demokratie und behindere politische Partizipation. Zusammen stelle das eine Verschärfung der beiden bereits 2018 identifizierten Warnsignale dar, erklärte SORA-Sozialforscherin Martina Zandonella.

„In Bezug auf Implikationen für die Zukunft der Demokratie in Österreich sieht SORA-Geschäftsführer Günther Ogris vier Ergebnisse aus der Studie, und zwar sinkendes Systemvertrauen, aber auch einen Anstieg des Vertrauens in den Bundespräsidenten. Weiters sei ein Rückzug des unteren ökonomischen Drittels auch im Sinne der Wahlenthaltung festzustellen, andererseits aber eine verstärkte politische Beteiligung von Jugendlichen. In diesen Entwicklungen würde sich die “Ibiza-Krise” bis hin zu den Neuwahlen sowie eine deutlich präsente Jugendbewegung, also “Fridays for Future”, widerspiegeln. Für die Demokratie wäre daraus folgernd sinnvoll, Regierungskrisen zu vermeiden, so Ogris. Außerdem sollten alle Parteien an das untere Einkommensdrittel Angebote machen, auf eine Art und Weise, dass die Akzeptanz der Demokratie im Sinne von demokratischen Beteiligungsmöglichkeiten gestärkt wird, aber auch gegen Unsicherheiten Glaubwürdigkeiten zu bieten und Fortschritt sichtbar zu machen“, so in einer Pressemitteilung.

Bild: Martina Zandonella bei der Präsentation der Studie. © Parlamentsdirektion / Thomas Jantzen

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Geschrieben von Karin Bornett

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