Her mit der Öko-Steuer - besonders für Kreuzfahrtsschiffe und Flugzeuge
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Her mit der Öko-Steuer – besonders für Kreuzfahrtsschiffe und Flugzeuge

Fast zwei Drittel der deutschen Wahlberechtigten (62 Prozent) halten eine CO2-orientierte Reform der Abgaben, Umlagen und Steuern auf Energie grundsätzlich für sinnvoll. Das zeigt eine neue repräsentative Umfrage von infratest dimap im Auftrag der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, der Stiftung Neue Energie und des Vereins CO2 Abgabe. Und die Chancen standen im Nachbarland noch nie so gut, deutet doch alles auf einen politischen Wandel zu den Grünen hin. Der Druck des Wählers wird also für alle anderen Parteien spürbar. 85 Prozent der Deutschen wollen, dass Klimaschutz weiterhin eine große oder sogar noch größere Bedeutung für die Politik hat.

Klimapolitik ist Wirtschaftsfaktor

Das traditionell konservative Österreich schläft hingegen noch in der Pendeluhr. Dabei liegen längst die Zahlen für die Alpenrepublik am Tisch: So zeigt die Studie COIN, dass die gesellschaftlichen Schäden – zunächst für ein mittleres Klimawandelszenario, bis zur Jahrhundertmitte – auf durchschnittlich jährlich 4,2 Mrd. bis 5,2 Mrd. Euro (heutiges Preisniveau) steigen werden. Vielleicht ist da dieser Gedanke förderlich: Eine geleakte Studie im Auftrag der EU-Kommission zu den Steuerbegünstigungen für den Flugverkehr in der EU birgt brisante Ergebnisse. Sie zeigt, dass der Flugverkehr in der EU im globalen Vergleich deutlich niedriger besteuert wird als etwa in den USA, Kanada oder in großen Ländern Asiens. Die EU-weite Einführung einer Kerosinsteuer würde laut Studie den EU-Staaten Einnahmen von rund 27 Milliarden Euro pro Jahr bringen, Österreich mehr als 300 Millionen Euro. Die CO2-Emissionen des Flugverkehrs in der EU würden um elf Prozent sinken. Unter anderem der Verkehrsclub Österreich VCÖ fordert die rasche Abschaffung der Steuerbegünstigungen für den Flugverkehr. So auch die europäische Bürgerinitiative „Abschaffung der Steuerbefreiung für Flugzeugtreibstoff“.

Auflagen für Kreuzfahrtschiffe

Die nächsten großen Dreckschleudern sind Kreuzfahrschiffe. Die 15 größten Schiffe sollen mehr Dreck machen als alle Autos der Welt zusammen. Eine aktuelle Studie vom europäischen Dachverband Transport & Environment zeigt nun sogar auf welche Schiffe die schlimmsten von allen sind, erstmals kann die Studie die Verschmutzung konkreten Anbietern zuordnen. Die Untersuchung zeigt, dass der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern Carnival Corporation im Jahr 2017 fast zehnmal mehr Schwefeloxide entlang Europas Küsten ausgestoßen hat als alle 260 Millionen Pkw in Europa zusammen. Zum Carnival Konzern gehören Tochterfirmen wie AIDA Cruises, Costa Cruises oder die Cunard Line. Der zweitgrößte Kreuzfahrt-Konzern Royal Carribean Cruises, zu dem die deutsche TUI Cruises gehört, rangiert an zweiter Stelle mit viermal höheren Schwefeloxidemissionen. Schwefeloxide schaden der menschlichen Gesundheit und führen zur Versauerung von Böden und Gewässern.

Leif Miller von NABU: „Die Städte müssen schnellstmöglich dreckige Schiffe aus ihren Häfen verbannen.“ Norwegen mache es vor, hier wurde ein Einfahrverbot in Fjorde für Schiffe mit laufendem Verbrennungsmotor beschlossen.

Foto/Video: Shutterstock.

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Geschrieben von Helmut Melzer

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