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Glyphosat-Verbot: Trotz Beschluss im Nationalrat von Regierung nicht in Kraft gesetzt

Greenpeace wittert Verrat an Demokratie und Umwelt

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert die geplante Vorgehensweise von Kanzlerin Bierlein, das Glyphosat-Verbot aus – wie sie selbst sagt – “ausschließlich formaljuristischen” Gründen nicht in Kraft zu setzen.

Von 4 Parteien im Nationalrat beschlossen |
Ohne EU-Einspruch

Eine Vier-Parteienmehrheit (SPÖ, ÖVP, FPÖ, JETZT) hat im Juli im österreichischen Parlament mehrheitlich und demokratisch das Verbot des wahrscheinlich krebserregenden Pflanzengifts Glyphosat beschlossen. Die Europäische Kommission hätte das Gesetz mittels eines rechtlich bindenden Einspruchs stoppen können – hat dies aber nicht getan.

Somit kann das Glyphosat-Verbot laut eines Rechtsgutachten des renommierten Juristen Daniel Ennöckl am 1.1.2020 in Kraft treten. Es käme einem Verrat an der Demokratie gleich, ein demokratisch zustande gekommenes Gesetz, das die ÖsterreicherInnen wollen und die EU akzeptiert nun mit “formaljuristischen” Winkelzügen zu stoppen, so Greenpeace. 

“Die Österreicherinnen und Österreicher fordern seit Jahren ein Ende des gefährlichen Pflanzengifts Glyphosat. Jetzt ist ein Verbot demokratisch vom Österreichischen Parlament beschlossen worden. Von der EU-Kommission erfolgte in der Frist von drei Monaten kein Einspruch – und trotzdem weigert sich Kanzlerin Bierlein unter dem Druck von Bayer, Monsanto und der Landwirtschaftskammer, das Gesetz nun in Kraft zu setzen und schiebt stattdessen formaljuristische Ausreden vor. Wir fordern von Kanzlerin Brigitte Bierlein, alle notwendigen Schritte zu setzen, um den demokratischen Willen der ÖsterreicherInnen und des Österreichischen Parlaments umzusetzen: Ein Verbot des wahrscheinlich krebserregenden Pflanzengifts Glyphosat ab dem 1.1.2020. Alles andere wäre Verrat an der Demokratie, an den Österreicherinnen und Österreichern – und an der Umwelt”, so Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit. 

GLOBAL 2000: Gesundheit von Mensch und Umwelt wichtiger als Formalia

Und auch die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 äußert sich enttäuscht über die Entscheidung von Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein, das österreichische Glyphosatverbot nicht wie geplant mit 1. Jänner in Kraft treten zu lassen. „Wenn ein souveräner EU-Mitgliedstaat trotz klarer Mehrheit im Parlament und breiter Unterstützung in der Bevölkerung eine wahrscheinlich krebserregendes Pestizid nicht verbieten kann, dann läuft etwas grundlegend falsch in Europa“, sagt Helmut Burtscher-Schaden, Biochemiker bei GLOBAL 2000.

Foto/Video: Shutterstock.

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