Vergleich

Online-Broker Deutschland 2026 — 12 Anbieter im strukturierten Vergleich

Zwölf in Deutschland verfügbare Online-Broker im strukturierten Vergleich: BaFin-Status, Order- und Sparplan-Gebühren, Asset-Universum, Steuerservice und Sicherheit — Stand Juni 2026 nach der EZB-Senkung.

Option News Redaktion · 6. Juni 2026 · 18 Min. Lesezeit

Sortierte Übersicht zwölf deutscher Online-Broker mit Konditionen und Aufsichtsstatus Stand Juni 2026.

Bewertet nach unserer publik dokumentierten Methodik. Stand sämtlicher Gebührenangaben: 6. Juni 2026.

Der deutsche Broker-Markt hat sich 2026 sortiert. Neobroker mit 1-Euro-Pauschalen, Filialbanken mit Vollservice und spezialisierte Discounter teilen sich ein Feld, das durch die EZB-Zinssenkung vom 5. Juni 2026 (Hauptrefinanzierungssatz nun 1,75 Prozent) zusätzlich Bewegung erlebt. Sinkende Habenzinsen auf Verrechnungskonten verschieben den Preisvergleich zugunsten von Brokern mit echter Tagesgeld-Verzinsung; gleichzeitig wird das DLT-Pilotregime der EU-Wertpapierregulierung in den ersten Tokenisierungs-Angeboten sichtbar.

Wir haben 12 in Deutschland verfügbare Online-Broker nach einheitlichen Kriterien geprüft: Aufsichtsstatus, Gebühren auf Order, Sparplan und Depot, Asset-Universum, Steuerservice, Sicherheit und App-Qualität. Bewertet wurden ausschließlich Anbieter mit BaFin-Lizenz oder gleichwertiger EU-Aufsicht (Bank- oder Wertpapierinstitut), die deutschen Privatanlegern ohne Umwege offenstehen.

Übersicht: 12 Broker im Direktvergleich

| # | Anbieter | Aufsicht | Order Xetra | Sparplan | Depotgebühr | Krypto | |----|---------------------|----------------|-------------------|---------------|-------------|--------| | 1 | Trade Republic | BaFin | 1,00 € | 0 € | 0 € | ja | | 2 | Scalable Capital| BaFin | 0,99 € (Free) / 0 € (Prime+) | 0 € | 0 € | ja | | 3 | Flatex | BaFin | 5,90 € pauschal | 0 € | 0 € | nein | | 4 | DKB | BaFin | 10,00 € pauschal | 0 € | 0 € | nein | | 5 | ING DiBa | BaFin | 4,90 € + 0,25 % (min 9,90 €) | 0 € | 0 € | nein | | 6 | Comdirect | BaFin | 9,90 € + Variable (min 14,90 €) | 0 € | 0 € (mit Bedingung) | nein | | 7 | Consorsbank | BaFin | 4,95 € + 0,25 % (min 9,95 €) | 0 € | 0 € | nein | | 8 | Smartbroker+ | BaFin | 0 € (Gettex) / 4 € (Xetra) | 0 € | 0 € | ja | | 9 | Justtrade | BaFin (Sutor) | 0 € | nicht verfügbar | 0 € | ja | | 10 | finanzen.net Zero | BaFin (Baader) | 0 € (ab 500 €) | 0 € | 0 € | ja | | 11 | Maxblue | BaFin (Deutsche Bank) | 8,90 € + 0,25 % (min 17,40 €) | 0 € | 0 € | nein | | 12 | S Broker | BaFin | 8,99 € + 0,25 % (min 16,99 €) | 0 € | 0 € (mit Bedingung) | nein |

Die Tabelle bildet die Kernkonditionen ab, die für Privatanleger den größten Hebel haben. Detaillierte Profile, inklusive Sparplan- Konditionen, ETF-Auswahl und Schwachstellen, folgen in den Einzelabschnitten. Wer die Logik hinter unserer Bewertung nachvollziehen will, findet die Gewichtung in der Methodik.

1. Trade Republic

Trade Republic ist seit Erteilung der Vollbanklizenz Ende 2023 kein reiner Wertpapierinstituts-Neobroker mehr, sondern eine BaFin-lizenzierte Bank. Die App vereint Wertpapierdepot, Tagesgeld, Krypto und seit 2025 die hauseigene Karte mit Saveback-Funktion. Das Modell positioniert sich konsequent als „eine App für die gesamte Vermögensverwaltung". Über fünf Millionen Kunden im DACH-Raum machen Trade Republic zum Marktführer im Neobroker-Segment.

Gebühren und Konditionen (Juni 2026)

  • Order Aktien und ETFs: 1 € Fremdkostenpauschale
  • Sparplan auf Aktien, ETFs, Krypto: 0 €
  • Depotgebühr: 0 €
  • Tagesgeld-Zins auf das Verrechnungskonto: 1,75 % bis 50 000 € (nach EZB-Senkung vom 5. Juni nachgezogen)
  • Krypto-Spread: ca. 1,0 % zusätzlich zur Pauschale

Asset-Universum

Über 10 000 Aktien, knapp 3 000 ETFs, rund 500 Krypto-Werte, etwa 650 Anleihen sowie ein wachsendes Derivate-Angebot. Handel ausschließlich über LS Exchange und Lang & Schwarz (außerhalb der klassischen Börsenzeiten 24/5).

Steuerservice

Vollständige deutsche Steuerschnittstelle mit automatischer Abführung der Kapitalertragsteuer. Jahressteuerbescheinigung kostenlos digital. Für österreichische Kunden via Verlustverrechnung in Eigenregie.

Sicherheit

BaFin-Vollbanklizenz, Einlagensicherung bis 100 000 € über den Entschädigungseinrichtungs-Fonds. Wertpapiere als Sondervermögen.

Schwächen

  • Nur ein Handelsplatz für Aktien (LS Exchange) — Best-Execution-Diskussion
  • Krypto-Coins nicht auf externe Wallets übertragbar
  • Telefonservice nicht verfügbar (nur In-App-Chat)
  • Anleihen-Universum kleiner als bei klassischen Brokern

Für wen geeignet

Einsteiger und Buy-and-Hold-Anleger mit kleinen bis mittleren Sparraten, die ein integriertes Konto für Wertpapier, Tagesgeld und Karte schätzen. Für aktive Trader mit Anspruch auf mehrere Handelsplätze die schwächere Wahl.


2. Scalable Capital

Scalable Capital tritt in zwei Rollen auf: als Neobroker (Free-, Prime- und Prime+-Tarife) und als Robo-Advisor mit eigenem Vermögensverwaltungsmandat. Aufseiten des Brokers ist die App eine direkte Konkurrenz zu Trade Republic, mit zwei wesentlichen Unterschieden: ein Flatrate-Tarif für Vieltrader (Prime+) und der Handel über mehrere Börsenplätze. Das Münchner Haus ist BaFin-lizenziert als Wertpapierinstitut, Verwahrstelle ist die Baader Bank.

Gebühren und Konditionen (Juni 2026)

  • Free-Broker: 0,99 € pro Trade, kein monatlicher Fixpreis
  • Prime+: 4,99 € pro Monat als Flatrate, Trades ab 250 € kostenlos
  • Sparplan: 0 € auf ETFs (über 2 500 Stück), 0 € auf Aktien, 0,99 € auf Krypto-ETPs
  • Depotgebühr: 0 €
  • Tagesgeld auf Verrechnungskonto (Prime+): 1,75 % bis 1 Mio. €

Asset-Universum

Rund 7 500 Aktien, 2 800 ETFs, knapp 400 Krypto-ETPs (kein direktes Coin-Owning), Anleihen über Tradegate und Gettex. Handel an Gettex, Xetra (gegen Aufpreis im Free-Tarif) und über Heimatbörsen für US-Werte.

Steuerservice

Deutsche Verlustverrechnung und Jahressteuerbescheinigung vollautomatisch. Krypto über ETP-Struktur steuerlich wie Aktien behandelt — siehe auch Sparplan einrichten 2026 — Broker im Light-Vergleich.

Sicherheit

BaFin-Aufsicht, Sondervermögen-Status für Wertpapiere, Baader Bank als Verwahrstelle mit Einlagensicherung bis 100 000 €.

Schwächen

  • Free-Tarif für aktive Trader teurer als Trade Republic
  • Krypto ausschließlich als ETP, kein echtes Coin-Owning
  • Prime+-Vorteil erst ab ca. 50 Trades/Jahr rechnerisch sinnvoll
  • App-Performance bei sehr hohen Lasten gelegentlich verzögert

Für wen geeignet

Aktive Anleger mit mittlerem bis hohem Trade-Volumen (Prime+-Tarif), ETF-Sparer mit Wunsch nach breitem ETF-Universum und Anleger, die Krypto rein als Wertpapierposition behandeln wollen.


3. Flatex

Flatex (Flatex DEGIRO AG) ist der älteste Discount-Broker im deutschen Markt und seit Übernahme von DEGIRO 2020 europaweit aufgestellt. Die App ist funktional weniger modern als bei Neobrokern, das Pricing aber transparent und für mittlere Trade-Größen wettbewerbsfähig.

Gebühren und Konditionen (Juni 2026)

  • Order Aktien und ETFs an allen deutschen Börsen: 5,90 € Pauschale
  • Sparplan: 0 € auf alle über 2 000 ETFs
  • Depotgebühr: 0 €
  • Verzinsung des Verrechnungskontos: aktuell 0 % (kein Tagesgeld)
  • Fremdwährungs-Aufschlag: 0,1 % auf USD/CHF/GBP

Asset-Universum

Über 20 000 Aktien, rund 2 000 ETFs, sehr breites Anleihen- und Zertifikate-Angebot. Handel über Xetra, Tradegate, Gettex, alle deutschen Regionalbörsen sowie über DEGIRO-Anbindung internationale Plätze (NYSE, NASDAQ, LSE, SIX).

Steuerservice

Vollumfänglich. Verlustverrechnung, Jahressteuerbescheinigung, NV-Bescheinigung. Standard für deutsche Anleger.

Sicherheit

BaFin-Vollbanklizenz seit Übernahme, Einlagensicherung 100 000 €.

Schwächen

  • Kein Tagesgeld auf Verrechnungskonto — Cash bleibt unverzinst
  • App und Web-Interface optisch weniger zeitgemäß als bei Neobrokern
  • Mindest-Pauschale für sehr kleine Order-Größen vergleichsweise hoch
  • Kein Krypto-Angebot (für Krypto-Interesse Hinweis auf Krypto-Plattformen Österreich 2026)

Für wen geeignet

Vieltrader mit Order-Größen über 1 500 €, Anleger mit internationalem Universum (über DEGIRO-Anbindung), Sparplan-Sparer mit ETF-Fokus.


4. DKB

Die Deutsche Kreditbank (DKB) ist eine BaFin-lizenzierte Direktbank im Verbund der Bayerischen Landesbank. Das Wertpapierdepot ist Bestandteil der DKB-Banking-Welt und bietet damit die volle Bandbreite eines klassischen Bankdepots — mit Verzicht auf eine eigene Trading-App im engeren Sinne.

Gebühren und Konditionen (Juni 2026)

  • Order Aktien und ETFs an allen deutschen Börsen: 10 € Pauschale
  • Sparplan auf rund 200 Aktionsfonds: 0 €, sonst 1,50 € pro Ausführung
  • Depotgebühr: 0 €
  • Verzinsung Verrechnungskonto (DKB-Cash): aktuell 0,5 % auf 50 000 €

Asset-Universum

Aktien, ETFs, Fonds (rund 7 000 mit reduziertem Ausgabeaufschlag), Anleihen, Zertifikate. Handel über alle deutschen Plätze sowie ausgewählte EU-Börsen.

Steuerservice

Klassischer Bankenstandard. Steuerbescheinigung, Verlustverrechnungstopf, NV-Bescheinigung.

Sicherheit

BaFin-Vollbanklizenz, Einlagensicherung 100 000 € plus freiwillige Sicherung des Bundesverbands öffentlicher Banken bis ca. 4,8 Mrd. € pro Kunde.

Schwächen

  • Order-Pauschale 10 € deutlich über Neobroker-Niveau
  • Sparplan-Universum bei nicht-aktionsfondsfähigen ETFs eingeschränkt
  • Keine eigenständige Trading-App im engeren Sinne (Banking-App-Integration)
  • Kein Krypto-Angebot

Für wen geeignet

Bestandskunden der DKB, die ihr Depot beim eigenen Banking-Anbieter halten wollen, sowie Anleger mit Buy-and-Hold-Strategie ohne hohe Trade-Frequenz.


5. ING DiBa

ING DiBa ist die deutsche Tochter der niederländischen ING-Gruppe und nach eigenen Angaben mit über zehn Millionen Kunden die größte Direktbank Deutschlands. Das Wertpapierdepot ist nahtlos in den Banking-Bereich integriert.

Gebühren und Konditionen (Juni 2026)

  • Order Aktien und ETFs: 4,90 € + 0,25 %, mindestens 9,90 €, maximal 69,90 €
  • Sparplan auf rund 800 ETFs: 0 € (auf den Aktionsbestand)
  • Sparplan auf alle anderen ETFs: 1,75 % auf den Sparbetrag
  • Depotgebühr: 0 €
  • Verzinsung Extra-Konto: 1,5 % auf Neuanlagen für 6 Monate, danach variabel

Asset-Universum

Aktien, ETFs (1 800), Fonds (etwa 9 000), Anleihen, Zertifikate, Optionsscheine. Handel über alle deutschen Plätze, Direkthandel über Lang & Schwarz, Tradegate und Baader.

Steuerservice

Vollumfänglich. Inklusive Verlustverrechnung, Sparerpauschbetrag- Verteilung über mehrere Depots ist beim selben Anbieter erleichtert.

Sicherheit

BaFin-Vollbanklizenz, Einlagensicherung 100 000 € plus freiwillige Sicherung des BdB.

Schwächen

  • Mindestpauschale 9,90 € für sehr kleine Order-Größen teuer
  • Sparplan-Aktionsbestand kleiner als bei Comdirect
  • Variable Komponente bei Großorder belastet Vieltrader
  • Kein Krypto-Angebot

Für wen geeignet

ING-Bestandskunden mit mittlerem Trade-Volumen und Anleger, die Banking, Sparen und Depot bei einem Anbieter bündeln wollen.


6. Comdirect

Comdirect ist Tochter der Commerzbank und positioniert sich historisch als Vollservice-Direktbroker. Im Jahr 2026 verfolgt das Haus eine doppelte Strategie: klassische Vollservice-Konditionen plus die neu eingeführte „LiveTrading"-App für aktive Privatanleger.

Gebühren und Konditionen (Juni 2026)

  • Order Aktien und ETFs (regulärer Tarif): 9,90 € Grundgebühr + 0,25 %, mindestens 14,90 €
  • LiveTrading: 3,90 € + 0,25 % an ausgewählten Plätzen
  • Sparplan auf rund 200 ETFs aus Aktionsbestand: 0 € — Auswahl jährlich angepasst
  • Sparplan sonst: 1,5 % auf den Sparbetrag
  • Depotgebühr: 0 € bei aktiver Nutzung (1 Trade pro Quartal oder Sparplan)

Asset-Universum

Aktien, ETFs (rund 2 000), Fonds (etwa 16 000), Anleihen, Derivate, Zertifikate. Außerbörslicher Direkthandel über Tradegate, Lang & Schwarz, Baader, Citigroup, Société Générale, Vontobel und andere.

Steuerservice

Vollumfänglich. Einer der besten Steuerservices im Markt durch Inklusivleistungen wie die Berechnung von Mischverhältnissen für Altbestände vor 2009.

Sicherheit

BaFin-Vollbanklizenz über die Commerzbank, Einlagensicherung 100 000 € plus freiwillige Sicherung des BdB.

Schwächen

  • Reguläre Konditionen deutlich über Neobroker-Niveau
  • Mindestpauschale 14,90 € benachteiligt kleine Order
  • LiveTrading-Tarif nur für ausgewählte Handelsplätze
  • Kein Krypto-Angebot

Für wen geeignet

Vollservice-orientierte Anleger mit größeren Depots, Vieltrader über LiveTrading und Anleger mit Altbeständen vor 2009, die einen ausgereiften Steuerservice schätzen.


7. Consorsbank

Consorsbank ist die Direktbank-Tochter der BNP Paribas Gruppe und operativ einer der ältesten Direktbroker Deutschlands. Das Modell ähnelt strukturell ING DiBa und Comdirect, mit einem leichten Preisvorteil gegenüber letzterer und einem stärker traderorientierten „Aktiv Trader"-Tarif.

Gebühren und Konditionen (Juni 2026)

  • Order Aktien und ETFs (Young Trader bis 25): 2,50 € pauschal
  • Order regulärer Tarif: 4,95 € + 0,25 %, mindestens 9,95 €
  • Sparplan auf rund 250 ETFs aus Aktionsbestand: 0 €
  • Sparplan sonst: 1,5 % auf den Sparbetrag
  • Depotgebühr: 0 €

Asset-Universum

Aktien, ETFs (rund 2 200), Fonds (etwa 19 000), Anleihen, Derivate. Direkthandel über Tradegate, Lang & Schwarz, Baader, Société Générale, Vontobel.

Steuerservice

Vollumfänglich. Verlustverrechnungstopf, Jahressteuerbescheinigung, NV-Bescheinigung. Solider Standard.

Sicherheit

BaFin-Vollbanklizenz, Einlagensicherung 100 000 € plus freiwillige Absicherung des BdB.

Schwächen

  • Mindestpauschale 9,95 € für Kleinst-Order ineffizient
  • Aktionsbestand für Gratis-Sparpläne kleiner als bei Comdirect/ING
  • Tarifstruktur komplexer als bei Neobrokern
  • Kein Krypto-Angebot

Für wen geeignet

Vollservice-orientierte Anleger, junge Trader mit Sondertarif, Bestandskunden BNP Paribas.


8. Smartbroker+

Smartbroker+ ist die im Jahr 2023 gestartete Neuauflage des ursprünglichen Smartbroker (Wallstreet Online). Die Plattform verbindet eine Neobroker-Preisstruktur mit dem klassischen Wertpapieruniversum der Baader Bank als Verwahrstelle. Im Jahr 2026 wird ein eigenes Krypto-Modul integriert.

Gebühren und Konditionen (Juni 2026)

  • Order über Gettex: 0 € ab 500 € Ordervolumen (sonst 1 €)
  • Order Xetra: 4 € + Börsengebühren
  • Sparplan auf rund 1 500 ETFs: 0 €
  • Depotgebühr: 0 €
  • Krypto-Spread: ca. 0,9 %

Asset-Universum

Über 15 000 Aktien, rund 2 000 ETFs, Fonds, Anleihen, Zertifikate. Krypto in begrenzter Auswahl (etwa 15-20 Coins) ohne externe Wallet-Funktion.

Steuerservice

Vollumfänglich über Baader Bank als Depotbank.

Sicherheit

BaFin-Aufsicht über Baader Bank, Einlagensicherung 100 000 €.

Schwächen

  • Gratis-Order an Gettex erst ab 500 € — kleinere Sparbeträge zahlen 1 €
  • Krypto-Modul jünger und funktional eingeschränkter als bei spezialisierten Anbietern
  • App-Funktionalität teils noch im Aufbau
  • Reporting für AT-Anleger nicht out-of-the-box

Für wen geeignet

Mittelvolumige Order ab 500 €, Sparplan-Sparer mit breitem ETF-Wunsch, Anleger, die Krypto als Beimischung im klassischen Brokerumfeld halten wollen.


9. Justtrade

Justtrade ist ein deutscher Neobroker mit konsequent provisionsfreiem Handel auf Aktien, ETFs und Krypto. Verwahrstelle ist die Sutor Bank, deren BaFin-Lizenz die Aufsichtsstruktur abbildet. Das Modell ist bewusst schlank, mit einer auffälligen Hürde: einer Mindesteinlage.

Gebühren und Konditionen (Juni 2026)

  • Order Aktien und ETFs: 0 € provisionsfrei über Quotrix, LS Exchange, Baader
  • Sparplan: nicht verfügbar
  • Depotgebühr: 0 €
  • Mindesteinlage: 500 €
  • Krypto-Spread: ca. 0,30 %

Asset-Universum

Etwa 5 000 Aktien, rund 1 000 ETFs, etwa 20 Coins. Kein Anleihen-Angebot, keine Derivate, kein Sparplan.

Steuerservice

Über Sutor Bank vollumfänglich für deutsche Anleger.

Sicherheit

BaFin-Aufsicht über Sutor Bank, Einlagensicherung 100 000 €.

Schwächen

  • Kein Sparplan — für Cost-Averaging-Strategien ungeeignet
  • Mindesteinlage 500 € schließt Kleinsteinsteiger aus
  • Coin-Auswahl klein
  • Kein Self-Custody, keine externen Wallet-Transfers

Für wen geeignet

Einmalanleger mit Order-Größen ab 500 €, die explizit ohne Sparplan operieren und provisionsfreien Handel suchen.


10. finanzen.net Zero

finanzen.net Zero ist ein vom gleichnamigen Finanzportal mitgegründeter Neobroker, Verwahrstelle ist die Baader Bank. Die Plattform richtet sich an deutschsprachige Privatanleger, die Aktien, ETFs und Krypto in einem schlanken Interface bündeln wollen.

Gebühren und Konditionen (Juni 2026)

  • Order Aktien und ETFs: 0 € ab 500 € Ordervolumen (sonst 1 €)
  • Sparplan auf rund 800 ETFs: 0 €
  • Depotgebühr: 0 €
  • Krypto-Spread: ab 0,69 %

Asset-Universum

Rund 7 000 Aktien, etwa 1 800 ETFs, rund 25 Coins, Anleihen über Direkthandel.

Steuerservice

Vollumfänglich über Baader Bank.

Sicherheit

BaFin-Aufsicht über Baader Bank, Einlagensicherung 100 000 €.

Schwächen

  • Gratis-Order erst ab 500 € — kleinere Beträge zahlen 1 €
  • Coin-Auswahl klein im Vergleich zu Spezialanbietern
  • Kein Self-Custody, keine externen Wallet-Transfers
  • App-Funktionsumfang schlichter als bei Trade Republic

Für wen geeignet

Einsteiger mit Aktien-Fokus, die Krypto als Beimischung mitlaufen lassen wollen, sowie Anleger, die das Finanzportal ohnehin nutzen.


11. Maxblue

Maxblue ist der Direktbroker der Deutschen Bank und im Wesentlichen ein Vollservice-Angebot ohne separates App-Konzept. Die Konditionen liegen am oberen Ende des Marktes, im Gegenzug ist die Anbindung an Deutsche-Bank-Konten und Wealth-Management-Strukturen nahtlos.

Gebühren und Konditionen (Juni 2026)

  • Order Aktien und ETFs: 8,90 € Grundgebühr + 0,25 %, mindestens 17,40 €, maximal 49,90 €
  • Sparplan auf ausgewählte ETFs (rund 250): 0 €, sonst 1,25 € + 0,2 %
  • Depotgebühr: 0 €
  • Verzinsung Verrechnungskonto: 0 %

Asset-Universum

Aktien, ETFs (rund 1 500), Fonds (etwa 8 000), Anleihen, Zertifikate, Optionsscheine — primär aus dem Deutsche-Bank-Universum.

Steuerservice

Vollumfänglich, Bankenstandard.

Sicherheit

BaFin-Vollbanklizenz Deutsche Bank, Einlagensicherung 100 000 € plus freiwillige Sicherung des BdB.

Schwächen

  • Mindestpauschale 17,40 € — höchste im Vergleich
  • Sparplan-Aktionsbestand kleiner als bei Comdirect/ING
  • Verrechnungskonto unverzinst
  • Kein Krypto-Angebot
  • App-Funktionalität gegenüber Neobrokern dated

Für wen geeignet

Deutsche-Bank-Bestandskunden mit Wertlegung auf Bündelung und ausgereifte Beratungs-Anbindung. Für preissensible Anleger keine sinnvolle Wahl.


12. S Broker

S Broker ist der Online-Broker der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Plattform richtet sich primär an Sparkassen-Kunden, die ein eigenständiges Wertpapierdepot wünschen, ohne den Anbieter zu wechseln.

Gebühren und Konditionen (Juni 2026)

  • Order Aktien und ETFs: 8,99 € Grundgebühr + 0,25 %, mindestens 16,99 €, maximal 41,99 €
  • Sparplan auf rund 250 ETFs aus Aktionsbestand: 0 €, sonst 2,50 % auf den Sparbetrag
  • Depotgebühr: 0 € bei aktiver Nutzung (1 Trade pro Quartal oder Sparplan)
  • Verzinsung Verrechnungskonto: 0 %

Asset-Universum

Aktien, ETFs (rund 1 700), Fonds (etwa 10 000), Anleihen, Zertifikate, Optionsscheine. Anbindung an alle deutschen Börsen sowie ausgewählte EU- und US-Plätze.

Steuerservice

Vollumfänglich, Bankenstandard via DekaBank und Landesbanken.

Sicherheit

BaFin-Vollbanklizenz, Einlagensicherung über Sparkassen-Haftungsverbund (Institutssicherung) — eine der stärksten Sicherungssysteme am Markt.

Schwächen

  • Mindestpauschale 16,99 € — zweithöchste im Vergleich
  • Sparplan-Aktionsbestand begrenzt
  • Verrechnungskonto unverzinst
  • Kein Krypto-Angebot
  • App-Funktionalität gegenüber Neobrokern dated

Für wen geeignet

Sparkassen-Bestandskunden mit Wunsch nach eigenständigem Depot und Wertlegung auf den Sparkassen-Haftungsverbund. Für reine Preisoptimierer ungeeignet.


Was sich 2026 verändert hat

Die EZB-Senkung des Hauptrefinanzierungssatzes auf 1,75 Prozent am 5. Juni 2026 wirkt auf zwei Ebenen. Erstens: Banken, die ihren Verrechnungskonten Tagesgeld-ähnliche Konditionen anbieten (Trade Republic, Scalable Capital Prime+), passen ihre Zinsen typischerweise innerhalb weniger Tage nach unten an. Zweitens: für ETF-Sparpläne mit langem Horizont bleibt das Zinsniveau im historischen Vergleich moderat — Cash-Bestände auf Verrechnungskonten verlieren real an Kaufkraft, sofern keine Verzinsung anliegt. Anleger mit größeren Cash-Quoten sollten Brokerwahl und Tagesgeld-Strategie zusammen denken; siehe dazu Sparplan einrichten 2026 — Broker im Light-Vergleich.

Parallel rückt das DLT-Pilotregime der EU näher an die Privatkunden- Realität. Erste tokenisierte Anleihen werden 2026 über klassische Broker handelbar; die Frage, welche Anbieter dieses Segment früh abdecken, dürfte 2027 ein eigenes Vergleichskriterium werden. Zum Status der Krypto-Regulierung verweisen wir auf den Eintrag MiCA und auf den parallelen Vergleich Krypto-Plattformen Österreich 2026.

Häufige Fragen

Welcher Broker ist 2026 der günstigste?

Für Standardorder bis etwa 1 000 € sind Trade Republic (1 € Pauschale) und Smartbroker+ (0 € über Gettex ab 500 €) die preislichen Spitzenreiter. Für Vieltrader ab etwa 50 Trades pro Jahr wird Scalable Capital Prime+ mit 4,99 € Monatsflat rechnerisch interessanter. Klassische Direktbanken wie DKB, Comdirect und ING DiBa sind preislich erst bei Order-Größen über 3 000 € konkurrenzfähig.

Ist ein Sparplan bei jedem Broker möglich?

Sparpläne sind bei elf der zwölf bewerteten Anbieter verfügbar. Justtrade ist die Ausnahme — die Plattform bietet ausschließlich Einmalorder ohne automatisierte Wiederholung. Die Höhe der kostenlosen Sparplan-Ausführung unterscheidet sich erheblich: Neobroker (Trade Republic, Scalable Capital) bieten 0 € auf nahezu alle ETFs, während klassische Banken nur auf einen begrenzten Aktionsbestand verzichten und ansonsten 1,5 bis 2,5 % auf den Sparbetrag erheben.

Welche Depotgebühr ist üblich?

Im Privatkundensegment ist die Depotgebühr 2026 flächendeckend 0 €. Comdirect und S Broker knüpfen die Gratis-Führung an eine Mindestaktivität (ein Trade pro Quartal oder ein aktiver Sparplan). Wer das Depot rein passiv hält, sollte diese Bedingung vor dem Wechsel prüfen.

Was bedeutet die EZB-Zinssenkung für die Brokerwahl?

Nach der Senkung des Hauptrefinanzierungssatzes auf 1,75 Prozent am 5. Juni 2026 verringert sich der Vorteil von Brokern mit Tagesgeld-ähnlichen Verrechnungskonten gegenüber externen Tagesgeld-Angeboten. Wer größere Cash-Reserven temporär parkt, sollte das Verrechnungskonto des Brokers (Trade Republic, Scalable Prime+) gegen reine Tagesgeld-Anbieter vergleichen.

Wie sicher sind Neobroker im Vergleich zu Direktbanken?

Alle bewerteten Anbieter unterliegen der BaFin-Aufsicht (direkt oder über Partnerbanken) und greifen auf die deutsche Einlagensicherung bis 100 000 € pro Kunde zurück. Wertpapiere sind in jedem Fall Sondervermögen und im Insolvenzfall vom Geschäftsvermögen des Brokers getrennt. Die Sparkassen- Institutssicherung (S Broker) und die freiwillige Sicherung des Bundesverbands deutscher Banken (DKB, ING DiBa, Comdirect, Maxblue) gehen über die gesetzliche Mindestabsicherung deutlich hinaus.

Welche Broker bieten Krypto direkt im Depot?

Direkter Krypto-Handel im Wertpapierdepot ist bei Trade Republic, Smartbroker+, Justtrade und finanzen.net Zero möglich. Scalable Capital bietet Krypto ausschließlich als ETP, also als Wertpapier ohne echtes Coin-Owning. Direktbanken (DKB, ING DiBa, Comdirect, Consorsbank, Maxblue, S Broker) haben aktuell kein integriertes Krypto-Angebot.

Welcher Broker ist für Österreich-Kunden geeignet?

Alle hier bewerteten Anbieter sind deutsche Broker; sie sind formal auch für österreichische Privatanleger nutzbar, allerdings ohne österreichischen Steuerservice. Anleger müssen Kapitalertragsteuer eigenständig veranlagen (Beilage E1kv). Wer einen integrierten AT-Steuerreport wünscht, sollte die in Österreich ansässigen Anbieter prüfen — Hinweise dazu im Krypto-Vergleich Österreich 2026 und im Artikel ETF in Österreich kaufen — Anleitung 2026.